Wandern mit Barfußschuhen – Barfußschuhe zum Wandern! (Teil 1)

Barfußschuhe zum Wandern

Auf Barfußschuhe bin ich vor etwa zweieinhalb Jahren erstmalig gestoßen. Anlass war das endgültige Auseinanderfallen meiner heiß geliebten, olivgrünen Netz-Schnürturnschuhe von Esprit, die mich über viele Jahre auf zahlreichen Hundespaziergängen und später Waldausflügen begleitet hatten. Das Besondere an diesen Schuhen war, dass sie eine ganz dünne, gänzlich plane und flache Sohle ohne Fußbett hatten und oben nur mit einem luftigen Netzmaterial geschlossen waren. Sie waren superleicht, und man spürte mit ihnen wunderbar den Waldboden unter den Füßen. Auch ließ sich mit ihnen in einfacherem Gelände herrlich klettern und kraxeln, da die Füße beweglich und in Kontakt mit dem Untergrund blieben. Die Füße fühlten sich einfach „frei“ in diesen Schuhen an – es war Reinschlüpfen und Wohlfühlen pur! Leider ließen sich die Löcher im Netzmaterial nach zahlreichen Waschgängen nun nicht mehr reparieren, und schließlich löste sich die Sohle ab. Der Tag des Abschieds war gekommen. Solch‘ einen Schuh suchte ich wieder!

Barfußschuhe – was ist das?

So kam ich bei meiner Recherche auf Barfußschuhe! Barfußschuhe sollen dem Gehgefühl „wie ohne Schuhe“ möglichst nahe kommen. Man trägt sie nicht etwa barfuß (wenngleich man das natürlich kann), sondern ganz normal mit Socken. Ihren Namen erhalten sie vom Laufen „wie barfuß“. Manchmal werden sie auch „Minimalschuhe“ oder „minimalistische Schuhe“ genannt. Das Charakteristische an Barfußschuhen ist, dass

  • sie eine gänzlich plane, bodenebene Sohle ohne Aufwölbung unter dem Spann haben
  • diese Sohle so dünn und flexibel wie möglich ist
  • es kein Fußbett sowie keine (oder nur minimale) Dämpfung gibt
  • die Zehen viel Raum zum Aufspreizen und „Greifen“ haben – in der Höhe und in der Breite
  • das Obermaterial in der Regel ebenfalls dünn und atmungsaktiv ist (mittlerweile gibt es jedoch auch festere, Winter geeignete Modelle)

Oftmals findet man bei Barfußschuhen die Formulierungen „0mm Gefälle von den Zehen bis Ferse“ oder auch keine „Sprengung“. Die „Sprengung“ bezeichnet beim Schuh den Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorderfuß. Im Gegensatz zu gängigen Schuhen wird auf einen Absatz, auch nur andeutungsweise, gänzlich verzichtet. Wenn man sich die Anatomie des Fußes einmal anschaut, wird einem auch schnell klar, dass dieses Vorwärts-Abwärts-Kippen den Fuß in eine völlig unnatürliche Position verstellt.

Warum Barfußschuhe?

Über die Vorteile (bis hin zu wirklich erstaunlichen Auswirkungen bei allerlei Gelenks- und Rückenproblemen) von Barfußschuhen gibt es bereits zahlreiche, zum Teil sehr ausführliche und informative Artikel und Abhandlungen im Netz. Ich möchte mich hier speziell auf die Verwendung von Barfußschuhen zum Wandern konzentrieren. Was man grundsätzlich zum Hintergrund und der Philosophie von Barfußschuhen wissen sollte, lässt sich wie folgt zusammenfassen:

  • Füße sind eigentlich unser zweites Paar Hände. Es wird angenommen, dass sie zum Zeitpunkt der Geburt noch ebenso viele feine Rezeptoren ( für Druck, Temperatur,…) und Nervenenden haben wie unsere Hände, dass diese aber später teilweise verkümmern. Babies „greifen“ noch gerne mit ihren Füßen, verlernen dies im Zuge der „Zwangs-Beschuhung“ dann aber. Insbesondere die „Propriozeptoren“ finden im Zusammenhang mit Barfußschuhen oft Erwähnung. Dies sind Tiefensensoren in verschiedenen Körpergeweben, die dem Gehirn Informationen über die Stellung und Bewegung des Körpers im Raum vermitteln.

    Unsere Steuerzentrale, das Gehirn, möchte eigentlich Informationen über die Beschaffenheit des Bodens, auf dem wir uns fortbewegen, erhalten. Herkömmliche dicke und starre Sohlen blockieren dies. Durch das permanente Treten in das immer gleiche Fußbett verhindern wir auch die Stimulation der entsprechenden Hirnareale. Füße können ja unglaublich fein empfinden und uns mitteilen, ob der Boden nass oder matschig ist, krümelig, grasig, weich, sandig, mit Ästchen durchsetzt, kalt oder mit warmem Felsgestein durchzogen, rauh oder glatt… All‘ dieser Wahrnehmungen berauben wir uns durch festes, die Füße dickwandig abschirmendes Schuhwerk. Auf das Wandern bezogen bringen wir unseren Körper um einen Teil des „ganzheitlichen“ Natur-Erlebnisses mit allen Sinnen.

  • Ein weiterer Punkt ist die Beweglichkeit und Bemuskelung unserer Füße – beides durch herkömmliche Schuhe total verkümmert! Wer anfängt, viel barfuß zu laufen oder auf geeignetem Terrain mit Barfußschuhen zu wandern, wird feststellen, dass sich zunächst richtiger Muskelkater einstellt. Nach und nach werden die Füße aber immer stärker und beweglicher und können die eigene Aufrichtung des Fußgewölbes viel besser halten – dies erledigt ja in üblichen Schuhen die vorgegebene „Pressform“, wie eine „Prothese“, auf der der Fuß nur noch passiv und fast unbeweglich aufliegt. Ein Fuß kann aber, erweckt man ihn durch Training wieder zum Leben, ganz viel! Welche Feinmotorik potentiell in einem Fuß steckt, beweisen auch Künstler, die aufgrund eines Handicaps feinste und detaillierte Malereien mit dem Fuß erstellen.
  • Generell verbessert das (korrekte) Laufen mit Barfußschuhen sowohl die Körperhaltung als auch die Muskulatur des gesamten Halteapparates. Der Gang wird aktiver und man gewinnt an Körperspannung und Aufrichtung.

Wie läuft man mit Barfußschuhen?

Es wird empfohlen, mit Barfußschuhen den sogenannten „Vorderfußlauf“ zu praktizieren. Dies ist vor allem für Läufer / Jogger wichtig. Von Laufschuhen mit Dämpfung auf Barfußschuhe zu wechseln und im gewohnten Laufstil weiter zu trainieren empfiehlt sich nicht! Beim Vorderfußlauf kommt man nicht mit der Ferse auf, was tatsächlich eine erhebliche Belastung des Fußes und unserer gesamten Statik zur Folge hat, sondern mit dem Ballen – also vorne. Ballengang ist das, was Du tust, wenn Du versuchst, leise und unauffällig durch die Wohnung zu schleichen. 😉 Auch, wer sich im Dunklen und auf unbekanntem Untergrund „voran tasten“ muss, läuft instinktiv so. Wir „können“ diesen Gang alle von Natur aus und müssen ihn nicht neu erlernen. Das heute antrainierte / ansozialisierte Fersenaufsetzer-Joggen ist eigentlich mehr ein Hüpfen oder Springen. Der Vorderfuß-Läufer macht im Vergleich kürzere Schritte, kommt also näher vor dem Körper wieder auf, läuft dabei aber sehr effizient, stabil in seiner Statik und mit viel weniger Aufprall. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Ballengang tatsächlich unsere ursprüngliche Fortbewegungsart war / ist, und das bis in die Neuzeit hinein. Man kann diese Art des Laufens auch auf alten Gemälden erkennen.

Ich selber habe festgestellt, dass ich den Ballengang beim Bergwandern gar nicht groß erlernen musste. Auf steileren Strecken bergauf und bergab lief ich ohnehin schon tendenziell so, soweit das Schuhwerk es denn ermöglichte, und neigte insgesamt zu einem flacheren, bewussteren und „wählendem“ Tritt. Zumindest bergab werden die meisten Menschen sich so fortbewegen, da man automatisch mit dem Fußballen „bremst“ und „sichert“ – auf der Ferse rutscht man viel leichter weg. Da ich mit meinen Barfußschuhen in natürlich strukturiertem Wald-Gelände, buchstäblich über Stock und Stein, und vor allem meist mit Gefälle unterwegs bin, dabei auch mal kraxele und klettere, ergab sich das „richtige“ Laufen mit den neuen Schuhen ganz natürlich und ohne besondere Konzentration. Ganz selbstverständlich nutzten meine Füße ihre neue Freiheit und machten die natürlicherweise vorgesehenen Bewegungen, die das flexible und dünne Schuhwerk nun vollumfänglich erlaubte. Automatisch „greift“ man am Hang oder in unebenem, bewachsenem Gelände so vor, dass man mit dem Ballen aufkommt und den Boden „betastet“. Das Gehirn möchte die Info nämlich gerne haben, ob man hier sicher „landen“ kann, bevor man das ganze Gewicht aufsetzt. Auf ebenen Wegstrecken (und geeignetem Untergrund) laufe ich allerdings auch mit Barfußschuhen ganz „normal“ und konzentriere mich nicht darauf. Für mich funktioniert das prima, und ich mache keine Wissenschaft daraus. Ich möchte ja einfach entspannt unterwegs sein.

Grundsätzlich sollte man sich aber langsam und – buchstäblich – schrittweise an das neue Schuhwerk und Laufgefühl gewöhnen und seinen Füßen ein angemessenes Training zugestehen. Weiche Naturböden sind zunächst vorzuziehen. Muskelkater in Füßen und Waden ist zu Beginn normal! Das feste Aufsetzen auf der Ferse ist nur in Schuhen mit Dämpfung wirklich angenehm und wird in Barfußschuhen auf hartem Untergrund zu Schmerzen führen. Hier solltest Du Deinen Gang zumindest zu Beginn einmal bewusst beachten und ausprobieren, ob nicht auch das „Schleichen“ locker und geschmeidig gelingen kann. Es gibt allerdings auch große Unterschiede zwischen den Barfußschuhen verschiedener Hersteller. In manchen Modellen können auch Ungeübte sofort loslaufen, da sie doch eher „Barfußschuhe light“ für Warmduscher 😉 sind und ein gewisses Maß an Dämpfung, teilweise sogar auch Gewölbe-Unterstützung aufweisen (z.B. Lizard°, Inovo°). Andere Modelle (z.B. meine polnischen TadeEvo°) sind wirklich „hardcore Barfuß pur“ und sollten zum Eingewöhnen besser erst einmal Zuhause, im Garten oder auf kurzen Strecken getragen werden.
(Im nächsten Teil stelle ich Euch meine Barfußschuhe im Detail vor!)

Barfußschuhe zum Wandern

Meine persönliche und wirklich frappierende Erfahrung ist, dass ich mit Barfußschuhen viel (!) weiter ermüdungsfrei laufen kann! Früher war das Erste, was ich tat, wenn ich nach einer langen Wanderung am Auto ankam, meine Schuhe zu wechseln. Es war eine merkliche Wohltat, die Füße aus der doch recht festen Verschnürung und strammen „Verpackung“ zu befreien und in – dünne Turnschuhe mit leichter Sohle zu steigen. „Warum nicht gleich so?“, kann man sich fragen. Bislang war ich jedoch von dem Diktat geprägt, dass zum Wandern ein ordentliches, festes, „den Fuß stabilisierendes“ Schuhwerk gehöre.

Bis ich mal bei gutem und trockenen Wetter in meinen dünnen „PrimalEvo“ (heute „TadeEvo“) losgelaufen bin. Ach, war das herrlich! Wie schön man den Waldboden und das Gelände spürte! Wie gut, gefühlvoll und trittsicher man bergauf kraxeln konnte! Und es war so gar nicht anstrengend für die Füße! Mehr wie ein einfacher Spaziergang. Man war auch „untenrum“ ganz nah in der Natur, mit direkter Verbindung.

Bei geeignetem Wetter begann ich, immer weitere und „schwierigere“ Strecken mit meinen Barfußschuhen zu wandern. Den größten Aha-Effekt hatte ich an Hängen, beim Bergauf- und Bergab-Gehen! Wooooow, wie gut man mit seinen Füßen in Barfußschuhen greifen, klettern und sich festhalten kann, wo bislang der Trekkingschuh flach und tumb an den Hang klappte! Bergauf spart man unglaublich viel Energie, weil die Fuß-Greiferchen einem so viel Arbeit abnehmen. Ich finde Aufstiege dadurch auch konditionell leichter, weil mehr über die (richtige und effiziente!) Muskelkraft läuft als über die Ausdauer. Fast noch größer ist allerdings der Effekt bergab! Mit Einsatz der – nun beweglichen! – Zehen und des Fußballens kann man viel, viel besser bremsen und Haftreibung erzielen. Ich rutsche auch erheblich weniger auf Schotter und Geröll. Gingen mir steile, schotterige Abstiege früher schnell auf die Knie, kann ich dies nun viel besser kompensieren. Und meinen Zehen macht ihre Arbeit merklich Spaß – ich höre sie lachen! 😉

Dazu fällt mir auf, dass ich viel seltener mal seitlich mit dem Fuß wegkippe / wegknicke, was ermüdungsbedingt am Ende langer Touren auf gerölligen Abstiegen doch mal passieren kann. Man „klebt“ einfach direkt und sicher am Boden, mit fester Verbindung, anstatt auf seinem erhöhten Fuß-Podest zu wackeln und zu kippeln – eigentlich logisch! Nach einiger Zeit wirst Du auch merken, dass Deine Zehen beim Nach-vorne-Schreiten wieder richtig „ausgreifen“. Das ist ein Reflex, den uns das fest verschnürte Schuhwerk unterbunden und abgewöhnt hat. Ich habe lustigerweise einen aktiveren Zehengreifer-Fuß, es ist der linke.

Für mich sind Barfußschuhe daher zum perfekten Wanderschuh geworden. Jenseits der „GoreTex-Saison“ trage ich sie fast nur noch. Einzig auf absehbar längeren Schotterpisten und harten „Waldautobahnen“ wähle ich noch einen gepolsterten Schuh mit Fußbett. Sich über längere, monotone Strecken in den Fuß drückender Grobschotter ist auf Dauer dann doch nervig und wird schmerzhaft. Wer Vermeidungshaltungen beginnt, läuft nicht gesund. Barfußschuhe sind die optimalen Begleiter für naturnahe, gerne abwechslungsreiche und durchaus auch herausfordernde Untergründe – von wurzeldurchsetzten Waldpfaden über grasige Wege, Kletterpartien auf Felsgestein (super!) bis zu Holzplanken durch das Moor ist man damit perfekt gerüstet, kann den Untergrund genießen sowie buchstäblich be-greifen!

Ein weiteres großes Plus ist für mich die Luftigkeit und Atmungsaktivität von Barfußschuhen! Die Modelle, die ich trage, sind mit einem durchlässigen Mesh-Gewebe gedeckt, das ein wunderbares Schuh-Klima erlaubt. Endlich keine schwitzenden Füße mehr bei sommerlichen Wandertouren!

Barfußschuhe und Einlagen?

Barfußschuhe und Einlagen widersprechen sich eigentlich total. Mit Barfußschuhen möchte man ja gerade den Fuß wieder trainieren und lernen lassen, sich selbst zu tragen und zu stabilisieren. Einlagen sind passive Hilfen, die den Status Quo unterstützen und dem Fuß als „Krücke“ dienen. Also: Ist eigentlich nicht im Sinne des Erfinders. ABER! Man soll immer das machen, was funktioniert. Mir hat ein Orthopäde mit individuell angepassten, leicht unterstützenden Einlagen meine Knieprobleme weggezaubert (toi toi toi!…). Auf sehr langen Wanderungen oder solchen, die streckenweise eben doch über harte Schotterpisten führen, trage ich, wenn es Barfußschuhe sein sollen, eine superdünne Sport-Variante dieser Einlagen aus flexiblem Schaumstoff. Sie sind so dünn, dass sie das Barfußgefühl fast gar nicht beeinträchtigen und ich trotzdem noch jedes Steinchen spüre. Auch die Quer-Torsion („Verwringung“) der Sohle ist in keiner Weise beeinträchtigt. Gleichzeitig hat man jedoch eine minimale Dämpfung, die auf Schotterwegen sehr angenehm ist, und eine ganz leichte Aufrichtung des Gewölbes, die auf langen Strecken bei Ermüdung der Fußmuskulatur diese etwas unterstützt. Für mich ist das die perfekte Kombi auf den genannten Strecken! Ich trage diese Einlagen allerdings nur in meinen barfüßigsten Barfußschuhen, den einzig wahren TadeEvos°, die wirklich, wirklich minimalistisch und nichts für fußmäßige Sissis sind. Alle anderen Modelle, die ich aktuell besitze, bringen dieses Minimum an Dämpfung sowieso von Haus aus mit, dazu ein Ideechen mehr Formgebung und Festigkeit- diese trage ich stets „nackt“. Im folgenden Teil 2 zeige ich Euch alle meine Barfußschuhe und beschreibe ihre Eigenschaften!

Richtige, feste orthopädische Einlagen empfehle ich für Barfußschußschuhe ausdrücklich nicht! Das funktioniert nicht und wäre auch nicht sehr angenehm. Eher bricht man sich die Einlage auf festem Untergrund durch, als dass das eine gute Kombination ergibt. Was man selbstverständlich individuell wählen kann – je nach Schuh, Temperatur, Übung (!) sowie Wunsch nach einem Hauch Dämpfung für längere Strecken – sind passende dünne, flexible Schaumstoff-Einlagen ohne orthopädische Aufrichtung, wie man sie im Schuhfachhandel erhält. Einige Barfußschuh-Hersteller liefern solche gleich mit, mitunter sogar in zwei Stärken. Es geht ja nicht um die Challenge zum „härtesten Barfüßler“, sondern um Dein individuell optimales und angenehmes Laufgefühl!

Für welches Gelände sind Barfußschuhe geeignet?

Ich nutze meine Barfußschuhe zum Wandern im Mittelgebirge. Hier kommt einfacheres und mittelschweres Gelände vor, streckenweise gibt es aber durchaus auch mal anspruchsvollere Trail-Passagen sowie etwas zum Klettern. Bei den leichten, dünnen Barfußschuhen mit Mesh-Gewebe, die ich benutze, ist zu beachten, dass das Deckmaterial in dornenreichem Gestrüpp reißen und Schaden nehmen kann und auch keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Hierfür sollte man festere Modelle wählen, z.B. aus Leder (gibt’s mittlerweile auch, z.B. bei vivobarefoot).

Echte Puristen sind bereits mit Barfußschuhen im alpinen Hochgebirge unterwegs gewesen. Hierzu habe ich keine Erfahrungen. Aus meiner Sicht spricht auch in gerölligeren Höhenlagen in der passenden Jahreszeit nichts grundsätzlich dagegen, wenngleich hier stabile Wanderstiefel derzeit noch gängiger sind.

Wirklich wasserdichte Barfußschuhe habe ich noch nicht gefunden. Das liegt auch daran, dass die Philosophie der Hersteller dahin geht, den Fuß so „naturnah“ wie möglich zu umkleiden – in atmungsaktiven und durchlässigen Materialien, in denen er durchaus auch mal nass werden und wieder trocknen kann. Der Schuh soll lediglich einen Schutz vor Verletzungen durch allzu grobe Untergründen bieten. Die Idee ist, dass unsere Füße auch Nässe problemlos tolerieren können, solange der Fuß in Bewegung und warm bleibt. Eine Alternative, wenn man’s denn will, können wasserdichte Socken sein (im Outdoor-Fachhandel erhältlich). Daneben gibt es mittlerweile auch feste Lederschuhe und richtige Stiefel im Barfußsegment. Ich mag gerade die Leichtigkeit dieser Schuhe so besonders, so dass ich bislang kein echtes Wintermodell gewählt habe. Da es im Harz auch mal richtig, richtig matschig und schlammpfützig sein kann, bin ich daher noch nicht rund um’s Jahr mit Barfußschuhen unterwegs, probiere aber sehr gerne neue Modelle aus, die hier einen besseren „Anti-Schlamm-Komfort“ bieten können. Meine zwei neuesten Modelle sind immerhin schon gut schmutzabweisend und machen einiges an „offroad-Einsatz“ mit. Im Hinblick auf die Temperatur bin ich mittlerweile vom zeitigen Frühjahr bis zum (trockenen!) Herbst gut gerüstet.

Was es übrigens sehr wohl gibt sind wasserfeste Barfußschuhe speziell für den Wassersport – also das Tragen im und auf dem Wasser, z.B. beim Stand-up-paddling.

Barfußschuhe zum Wandern – mein Fazit:

Für mich hat sich mit Barfußschuhen ein ganz neues Lauf-Erlebnis und ein erweiterter Wandergenuß eröffnet, den ich nicht mehr missen möchte. Es ist wie eine Unterhaltung mit dem Boden während des Laufens, ein „Zuhören mit den Füßen“. Probiert das unbedingt mal aus, es ist toll!

Eine kleine Warnung sei ausgesprochen – an meinem mittlerweile aufgebauten Fuhrpark ist zu erahnen, was passieren kann!… 😉 Hat man sich einmal an das tolle, neue Bodengefühl gewöhnt, mag man seine Füße über kurz oder lang gar nicht mehr in herkömmliche Schuhe versenken… Mir kommen meine Füße in festen Fußbett-Schuhen mit dicker Sohle mittlerweile vor wie einbetoniert und „taub“, es fühlt sich gar nicht mehr gut an und strengt mich auch an, darin zu laufen. Meine vergangenes Jahr noch begeistert gefeierten (und wirklich wasserdichten! 😉 Rainy summer 2017…) Lowas bleiben heute häufig im Kofferraum, während die Barfüßigen zum Einsatz kommen.

Ich trage meine Barfußschuhe auch zu allen Gelegenheiten im Alltag.
Noch ein Tipp: Als routinierter „Trucker“ mit rund 60.000km Jahresfahrleistung liebe ich meine Barfußschuhe mittlerweile ganz besonders zum Autofahren! Sie ermöglichen ein supergutes „Fußgefühl“ auf den Pedalen, greifen und haften sicher und gewährleisten ein ermüdungsfreies Fahren. Der nicht künstlich erhöhte abgestellte Fuß ruht viel entspannter!

Im nächsten Teil stelle ich Euch meine Barfußschuhe im Detail vor!
Schau‘ wieder vorbei für Teil 2 zum Thema „Barfußschuhe“! 🙂

Kommentar verfassen