Grünkohl / Schwarzkohl „orientalisch“: mit Räuchertofu, scharfer Kokos-Orangen-Zitronen-Sauce, Datteln & Ras-El-Hanout (vegan)!

Grünkohl / Schwarzkohl einmal ganz anders!

Ein recht ähnliches Rezept für „Grünkohl einmal anders“ habe ich ja bereits im vergangenen Jahr zur Grünkohlsaison schon einmal geposted. Dieses Jahr hat meine spätherbstliche Kohlzubereitung jedoch noch eine spontane Abwandlung erfahren, die sich als sooooo lecker erwies, dass ich sie auf jeden Fall hier noch verbloggen und für meine eigene Erinnerung archivieren möchte!

Im November gab es in unserem SoLaWi-Ernteanteil sowohl den köstlichen, länglich geformten, ledrig-festen Schwarzkohl als auch den klassisch norddeutschen Grünkohl, die „Oldenburger Palme“. Da ich schwere, fetttriefende und magenbelastende Zubereitungen gar nicht mag, gab es bei mir diese herbstlichen Kohlsorten in einer frischen, leichten, saftigen, säuerlich-fruchtig-cremig-scharfen und darüberhinaus rein pflanzlichen Variante. Der Räuchertofu verleiht den traditionellen „Schinken-Wurstgeschmack“ und lässt nichts vermissen!

Beide Gerichte waren nicht ganz identisch, aber die Kombination aus Kokosmilch, Chilischärfe, Zitrusfrucht / Orange und orientalischer Würze blieb gleich und wird in meinem Kohlzubereitungs-Repertoire einen festen Platz erhalten! Süße finde ich in pikanten Hauptgerichten dann akzeptabel, wenn sie auch von frischer Säure, aromatischer Würzigkeit und Schärfe flankiert wird. Probiert es mal aus, es schmeckt wirklich richtig süffig-gut! 🙂

Zubereitung für „Grünkohl / Schwarzkohl orientalisch“:

      1.) Zunächst den Räuchertofu etwas auspressen (Küchenkrepp oder Küchenhandtuch), mit der Gabel feinbröselig zerdrücken und in einem beschichteten Topf / Pfanne unter permanentem Rühren scharf anbraten, bis er kross ist und Röstaromen angenommen hat (das dauer ein wenig!). Ich mag es, die Tofubrösel für sich schon einmal zu würzen und lösche sie daher mit etwas Sojasauce ab (bei kräftiger Hitze völlig verdampfen lassen!). Hier habe ich noch etwas Räucherpaprika dazu gegeben, was den schinkigen „Wurstgeschmack“ perfekt macht. Tofubrösel beiseite stellen.
      2.) Den Kohl habe ich jeweils gründlich gewaschen (wichtig insbesondere bei Grünkohl!), geputzt und geschnitten. Die Schwarzkohlblätter kann man im oberen Teil einfach samt (zartem) Strunk in mundgerechte Stücke teilen. Die festeren Strünke im unteren Teil sollte man in etwa zentimeterlange Abschnitte schneiden, damit sie auch weich werden. Da unser Grünkohl sehr kräftig gewachsen ist und sehr harte Stiele hatte, habe ich nur den oberen, zarten Teil der Stängel mit verwendet und die harten Strünke entfernt. Die krausen Grünkohl-Blätter habe ich ebenfalls grob zerkleinert.
      3.) In einem großen, hohen, Teflon-beschichteten Topf habe ich etwas Bratfett (hier: Kokosöl) erhitzt und eine große, nicht zu fein gehackte Zwiebel glasig angeschwitzt. Dann kam der Kohl hinein und durfte im eigenen Dampf zusammenfallen – abwechselnd etwas rühren / wenden und den Deckel auflegen!
      4.) Nun wird der Kohl zunächst mit einem ordentlichen Schuß Sojasauce (Ich mag die dunkle Shoyu) und dann mit dem Orangensaft abgelöscht. Alles etwas köcheln & die Flüssigkeit verdampfen lassen. Wer eine Zitrone hat, viertelt diese und gibt sie dazu, dito die Chilischote(n).
      5.) Die Datteln entkernen, vierteln und zufügen. Kokosmilch hinein geben und alles unter gelegentlichen Rühren bei mittlerer Hitze eine Liaison eingehen lassen! Mit Ras-El-Hanout kräftig würzen und die Räuchertofubrösel untermengen. Ich habe noch mit meiner Knobi-Chili-Salz-Würzpaste gewürzt – man kann einfach nach persönlichem Gusto abschmecken! Curry schmeckt auch sehr gut. Wer mag, kann die Flüssigkeit noch etwas andicken oder alternativ bis zur gewünschten Konsistenz verdampfen lassen. Fertig! Lecker! Nächster Tag: oberlecker!!

    Mir schmecken dazu z.B. Kartoffeln in jeder Form oder auch Ofengemüse, z.B. mit Kürbisspalten und Möhren.

Zutaten für Grünkohl / Schwarzkohl „orientalisch“:

  • Ich hatte einen großen Armvoll Grünkohl sowie für das Schwarzkohlgericht etwa die Menge an Blättern, die man gerade noch mit den Händen umspannen kann. Beide Kohlsorten fallen sehr stark zusammen! Man kann ruhig etwas mehr „Rohware“ verarbeiten. So ein Kohlgemüse schmeckt auch aufgewärmt hervorragend!
  • eine große Zwiebel, eine kleine Dose (200ml) Kokosmilch, ca. 200-250ml Orangensaft, eine halbe bis Dreiviertel Zitrone, 1 Block (175g auf einen großen Topf Kohl) Räuchertofu, Bratfett (z.B. Kokosöl)
  • ein Schuß dunkle Sojasauce (z.B. Shoyu), Ras-El-Hanout (afrikanisch-orientalische Gewürzmischung), 1-2 scharfe Chilischoten (getrocknet oder frisch, ich hatte 2 getrocknete Birdeye Chilis). Wer keine Sojasauce hat, lässt sie einfach weg und salzt das Gericht! Chili kann durch schwarzen Pfeffer ersetzt werden, der allerdings eine andere Schärfe und Aromatik gibt.
  • Den Schwarzkohl habe ich hier ohne Räuchertofu zubereitet und ihm zur Begleitung noch zwei große Möhren sowie eine Pastinake, beides in feine Scheibchen geschnitten, anbei gegeben, was sehr lecker war und gut passte!

Alle verwendeten Gemüse stammen aus meinem Ernteanteil unserer Solidarischen Landwirtschaft.

Im Spätherbst / Frühwinter regionales Gemüse essen und lecker satt werden? Ja, das geht! 🙂

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