Harzer Wandernadel: Vom Granestausee zum Diabas-Steinbruch auf der „Spur der Steine“

Ein besonders lohnenswertes und idyllisches Ausflugsziel im Harz liegt ganz in meiner Nähe: Der renaturierte Diabas-Steinbruch bei Wolfshagen! An diesem Oktobersonntag bin ich ihn von der ebenfalls sehr schönen Granetalsperre aus angewandert. Hier kann man auch hervorragend parken (Parkplatz an der Staumauer in Herzog Juliushütte, einem Ortsteil von Langelsheim im Landkreis Goslar). Bis zum Diabas-Steinbruch sind es von dort nur ca. 4,5 km, wobei einen der erste Kilometer am Ufer der Talsperre entlang führt. Dann geht es rechts in den Wald hinein, wo man bald auf die „Spur der Steine“ trifft. Dieser erst im Juni 2016 eröffnete Themenwanderpfad bietet informative Schautafeln, Aussichtsplattformen und wirklich interessantes Wissen rund um die Renaturierung dieser ehemaligen „Landschaftswunde“.

Vom Steinbruch zum Biotop: Eine Erfolgsgeschichte!

Bis in das Jahr 1986 fand hier gut einhundert Jahre lang der Abbau basaltischen Gesteines statt. Zwei Jahre nach der Stilllegung begann man mit der Renaturierung des rund 25ha großen Geländes. Heute ist das Areal als Naturschutzgebiet ausgewiesen und bietet vielen seltenen Tier- und auch Pflanzenarten ein Zuhause. Insbesondere Vogelfreunde können hier rare Beobachtungen machen. Aber auch Amphibien und Reptilien nutzen die selten gewordenen Lebensräume aus Geröllhalden, stillen Gewässern, mageren Trockenrasen und noch locker angesiedeltem Pionierwald. Aufgrund des Schutzcharakters kann man den Steinbruch selber umlaufen und auf schön angelegten Aussichtspunkten hinein schauen, ihn aber nicht betreten. Mittlerweile wird das Areal weitestgehend sich selbst überlassen, so dass die Natur die Gestaltung dieses Biotopes wieder übernimmt. In der Nähe der Senke findet sich auch ein ehemaliger Bodenbunker, der nun von einer großen Fledermauskolonie bewohnt wird.

Der Diabas-Steinbruch mit seinen schroff abfallenden Felswänden und dem markanten Tafelberg im Zentrum wird auch der „Grand Canyon des Harzes“ genannt. Ohne Zweifel gäbe er auch eine imposante Filmkulisse her! Speziell zum Sonnenauf- oder Untergang wirkt dieser Ort geradezu magisch und märchenhaft. Wer gerne besondere Landschaften fotografiert findet hier ein ansprechendes Ziel! Mir haben die herbstlichen Farben zu dieser Kulisse besonders gut gefallen.

Wandern in dieser Region:

Am Westrand des Steinbruchkessels können Wanderer die Stempelstelle „Heimberg“ (109) der Harzer Wandernadel im Wanderpass verewigen. Der kürzeste Weg zum Steinbruch beginnt im Luftkurort Wolfshagen – von hier ist es nur ein kleiner Spaziergang. Durch die mittige Lage zwischen dem Granestausee und der Innerstetalsperre bieten sich jedoch auch längere Rund- oder Streckenwanderungen an. Alternative Startpunkte können Lautenthal oder Hahnenklee sein, oder man wandert von Talsperre zu Talsperre. Eine Umrundung der sehr schönen Granetalsperre ist etwa 15km lang, wobei jedoch leider auch etwas Asphaltstraße unter die Füße genommen werden muss. Stempelstellen in der Nähe sind aktuell (Stand: 10/2016) der „Granestausee“ (110), der zu meinen persönlichen „Top-Ten-Stempelstellen“ gehört, die „Altarklippen“ (171, ebenfalls unbedingt „Top Ten“ – mit der fantastischen Aussicht über die Granetalsperre meine persönliche Nummer Eins!) sowie etwas weiter weg der „Bielstein“ (106) und die „Mandolinenhütte“ (142, neue Stempelstelle seit 2016) oberhalb von Lautenthal.
Während es rings um den Granestausee gemütlich zugeht, sind zu den entfernteren Stempelstellen zum Teil anstrengende Anstiege erforderlich – typisch Westharz!

Mehr Infos:

⇒ Ein schön gemachtes Kurzfilmchen (3:50min) des youtube-Kanals „Dein Harz“ über die Eröffnung des Themenpfades – mit tollen Impressionen vom Steinbruch:

⇒ Bericht über die Eröffnung des Themenpfades „Spur der Steine“ auf regionalgoslar.de

„Wolfshagen – ein herausragendes Beispiel für erfolgreiche Rekultivierung“ – ein sehr informativer Artikel mit interessanten „Vorher“-Bildern auf www.basalt-lebensräume.de

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