Harzer Wandernadel – Stempelwandern im Mai 2016, Nordostharz

In der ersten Maihälfte hatte ich etwas Urlaub und habe mal was ganz anderes unternommen – Wandern im Harz! 😉 (Stürze Dich ein Mal für ein paar Tage in unseren tiefgrünen Harzer Tann‘, wo die munteren Bächlein rauschen und Du nach ein paar Kilometern nur noch Vogelgezwitscher hörst, und Du wirst zu Entspannungszwecken auch nie wieder etwas anderes machen wollen – versprochen! 😉 )

Dieses Jahr ist der Wanderkaiser fällig, dem ich mit buchstäblich großen Schritten entgegen schreite (Was mache ich bloß danach? Welche Lebensziele stellen sich einem nach dem Wanderkaiser noch dar? Ich hab‘ schon mal nach ’ner Selbsthilfegruppe sowie nach „Wanderkaiser, und dann?“ gegoogelt).

Wo war ich unterwegs?

Bei schier unverschämt schönem, sommerlichen Wetter stand „Restestempeln im Nordostharz“ an. Meine Touren führten mich in’s Selketal (Stempel 182 und 204), nach Bad Suderode / Gernrode und Stecklenberg (73,183,185,186,187) sowie in das wunderschöne, unbedingt empfehlenswerte Dreieck zwischen Treseburg, Allrode und Friedrichsbrunn – südlich von Thale. Hier wanderte ich streckenweise auf dem Selketalstieg sowie auf dem „Grünen Band“ (ehemaliger Grenzstreifen). Der Nordostharz ist für mein persönliches Empfinden weniger spektakulär und imposant – vielleicht mit Ausnahme der touristisch sehr beliebten Attraktionen in Thale (Rosstrappe, Bodetal) – dafür aber wunderbar geeignet für ruhige, ausgedehnte Streckenwanderungen auf festen Wegen. Hier drücken sich keine eindrucksvollen, riesigen Talsperren mit ihrer Schönheit und atemberaubenden „Kanada-Kulisse“ in’s Auge. Typisch ist stattdessen eine überwiegende Laub- und Mischwald-Beforstung, die gerade jetzt im Mai mit ihrem zarten Grün bezaubert. Die Wald-Landschaft wird immer wieder von Bergwiesen durchbrochen und ist in der beschriebenen Gegend durch ein hervorragendes Wegenetz erschlossen – teilweise auf weniger attraktiven „Wald-Autobahnen“, dafür aber mit sehr guter Beschilderung (Ausnahme: Gernrode / Suderode! Das Wanderer-Bermuda-Dreieck schlechthin!).

Eine besonders schöne Tour, die ich bestimmt noch einmal wiederholen werde (vielleicht im Rahmen der Selbsthilfegruppe, oder einfach mit einem NEUEN, jungfräulichen WANDERPASS! Ha!), verband, von Allrode aus startend, die Stempelstellen „Echowiese“ (ehemals „Hohle Eiche“ – wurde versetzt! Nr. 57), „Pfeils-Denkmal“ (Nr. 68) und „Weißer Hirsch“ (67, dann durch das Rabental zurück zum Ausgangspunkt, nördlicher Ortsausgang Allrode). Ohne allzu arge und schroffe Anstiege kann hier ca. 20km+ durch den Wald flanieren, wer es schätzt, mit diesem alleine zu sein – trotz Urlaubs-Hochsaison habe ich lediglich am Pfeils-Denkmal kurz ein anderes Wandererpärchen getroffen. Ansonsten – die Blümchen, das Rauschen, das Zwitschern, sehr viel „nichts Besonderes“ und ich! Herrlich.
(Da ist jede Menge Besonderes. Man muss laufend stehen bleiben und es anschauen. Aber ich verrate es keinem.)

Die ostharzer Örtchen haben sich sehr hübsch heraus gemacht. Zwischen nagelneuen, blitzblanken Marktplätzen und eleganten Kurhäusern bleibt das Auge hier und da an interessanter, alter Bausubstanz kleiner Häuschen hängen (in Sensens Kopf rattert es gleich wieder: Was könnte man daraus machen?… 😉 ) und huscht immer mal wieder über auf Fassaden aufgebrachte Metzger-, Bäcker- oder Handwerker-Schriftzüge, die aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts stammen mögen und hartnäckig erhalten geblieben sind. Wer mag, findet hier auch ebenso preisgünstige wie ruhig-beschauliche Unterkunft. Wird auf eine abendliche „Flaniermeile“ sowie auf Einkaufsmöglichkeiten Wert gelegt, sollte man sich jedoch an die größeren, touristisch frequentierten Orte halten. Der Nordostharz ist bestens über die B6 erschlossen, die während der Fahrt nicht nur ein herrliches Brocken-Panorama bietet, sondern derzeit auch von leuchtend gelben, duftenden Rapsfeldern gesäumt wird.
Schön war das!
Rast auf der "Selkesicht"
Stempel-Ticker: 191/222 – noch 31 to go!…

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