Harzer Wandernadel: Kleine Kloster- und Türme-Tour!

Auch das ist der Harz! 🙂
Heute bin ich eher „trotz“ statt wegen des angekündigten (wechselhaft-windigen Regen-)Wetters für ein kleines Stempelwanderchen losgezogen – und wurde mit dem wohl schönsten Wetter im ganzen Harz belohnt! Ausdrücklich meiden wollte ich an diesem Februar-Sonntag die höheren Lagen, in denen derzeit spiegelglatt vereiste Wege das Laufen sehr gefährlich machen. Angesichts der sonnigen Bilder und der genossenen bis zu 12°C kaum zu glauben, dass nur etwa 300-400 Höhenmeter höher Schnee und Eis den Harz immer noch fest im Griff haben!
Heute ging es in die nordostharzer Gegend zwischen Blankenburg und Wernigerode. Am dortigen Harzrand gibt es einiges an geschichtsträchtigen Burgen, Klöstern und Türmen zu besichtigen. Die wohl eindrucksvollste Blankenburger „Burg Regenstein“ war heute nicht dabei – ich konnte sie aber von meinen Anlaufpunkten gut sehen!

Kloster Michaelstein

Startpunkt war das Kloster Michaelstein, das ich zuletzt von einer malerisch blühenden Wildblumenwiese umrahmt gesehen hatte.

Das mittelalterliche Zisterzienserkloster besteht aus mehreren historischen Gebäuden und bietet unter dem Motto „Architektur – Gärten – Musik“ verschiedene interessante Anlaufstellen und Themenbereiche. Im Freigelände laden Obst- und Klostergärten sowie die Forellenzuchtteiche zum Flanieren ein. Oberhalb des zweiten großen Teiches findet man, etwas versteckt am Wanderweg im Wald gelegen, die Stempelstelle 59 der Harzer Wandernadel.
Im ehemaligen Mönchssaal wird die Dauerausstellung „Klostergärten: Entwicklung, Nutzung, Symbolik“ angeboten. Daneben kann die vielseitige und multimediale Ausstellung „KlangZeitRaum“ wärmstens empfohlen werden – auf den Spuren von Kater Michel finden auch Kinder durch die Stationen!
Besonders atmosphärisch sind Abendführungen durch die ehemaligen Mönchsgemächer bei Kerzenschein.

Das Kloster ist aber auch Sitz der „Musikakademie Sachsen Anhalt“.
Zahlreiche Konzerte, Aufführungen und besondere Aktionen rund um’s Jahr lohnen wirklich einen regelmäßigen Blick auf die Homepage!

Im Hotel & Restaurant „Klosterfischer“ kann, wer mag, sich Fisch aus den direkt vor der Türe gelegenen Zuchtteichen servieren lassen und im Sommer auch sehr schön draußen sitzen. Die Klosterspezialitäten Forelle, Lachsforelle und Karpfen können auch zum Mitnehmen eingekauft werden. Der angegliederte „Schafstall“ bietet eine stilvoll-rustikale Location für Feiern.

Von hier aus ging es weiter durch den derzeit noch lichten Buchenwald zum „Volkmarskeller“, Stempelstelle 87 der Harzer Wandernadel (Entfernung vom Kloster: knapp 4km einfache Strecke). Hier leuchteten die ersten Schneeglöckchen aus dem Waldboden! Der Weg verläuft auf der ganzen Strecke parallel zum „Goldbach“, dessen sanftes Plätschern einen angenehm begleitet. Der Volkmarskeller ist eine tief im Wald gelegene Naturhöhle, die vermutlich vor Jahrhunderten von Einsiedlern bewohnt wurde. Am Wegesrand passiert man auch einen Gedenkstein für die Opfer eines Grubenunglücks, der an die bergbauliche Geschichte(n) des Harzes erinnert.

Altenburg und Austbergturm

Nächste Anlaufstelle (+ 4km) war die Ruine der Burg „Altenburg“ in Heimburg, Stempelstelle 84 der Harzer Wandernadel. Direkt im Zentrum des kleinen Örtchens geht es durch die verbliebenen Reste der ehemaligen Wallanlage hinauf. Die vermutlich aus dem 10. Jahrhundert stammende Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg komplett zerstört. Heute bietet ein hübscher Aussichtspavillon eine tolle und weite Rundumsicht in das Harzer Vorland hinein. Die imposante Burg Regenstein ist unmittelbar in Sichtweite! Auf der gegenüberliegenden Seite verlaufen sanft die langgezogenen, grünen Ausläufer des „Ziegenrückens“.

Nicht mehr weit (+ ca. 4,5km) ist es von Heimburg aus über den Struvenberg-Rundweg bis zum nächsten Ort Benzigerode. Durch eine kleine Schrebergartensiedlung und an Wiesen vorbei gelangt man hier auf sandigen, mit Kiefern bewachsenen Wegen zum Austbergturm, meiner letzten Stempelstelle (Nr. 83) des heutigen Tages. Diese Stempelstelle am „Harzer Klosterwanderweg“ wurde zum Saisonstart 2016 neu in das Programm der Harzer Wandernadel aufgenommen. Über einen Rundweg kann man den gesamten Austberg erkunden. Der tipptopp restaurierte, nur 10m hohe Turm bietet ebenfalls eine schöne Rundumsicht mit informativen Richtungsweisern. Empfehlenswert ist die Kombination mit dem unmittelbar gegenüberliegenden „Stapenberg“ (Stempelstelle 33). Der Anstieg von Benzigerode aus dort hinauf ist kurz, aber knackig! 😉 Ich hebe ihn mir für ein nächstes Mal auf.

Kultur, Natur, Musik, Wandern und schönes Wetter – was will man mehr! Schön war’s! 🙂
Bis bald im Harz!

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